Persönliche Schutzausrüstung

Augen- und Gesichtsschutz sicher verwenden

Schild Augenschutz; © Sterling SIHI GmbH Erfurt

Bei bestimmten Tätigkeiten müssen Beschäftigte einen Augen- oder Gesichtsschutz verwenden, um eine Schädigung durch den Arbeitsprozess zu vermeiden. Was muss dabei beachtet werden?

Zuallererst ist der Unternehmer in der Pflicht, gemäß STOP-Prinzip den Schutz seiner Mitarbeiter durch Substitution oder technische Maßnahmen zu gewährleisten. Sollte dies nicht möglich sein oder nicht ausreichen, hat er organisatorische Maßnahmen und erst im Anschluss daran persönliche Maßnahmen wie die Verwendung von Augen- und Gesichtsschutz zu treffen. Vor der Verwendung eines Augen- oder Gesichtsschutzes ist es wichtig zu klären, wovor der Beschäftigte geschützt werden soll: vor mechanischen, optischen, thermischen, chemischen Gefährdungen oder einer Kombination dieser Faktoren?

Mithilfe der Gefährdungsbeurteilung soll der Unternehmer zusammen mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit, dem Betriebsarzt und dem Betriebsrat, den zuständigen Führungskräften und eventuell einem PSA-Hersteller den passenden Schutz identifizieren sowie Bereiche mit entsprechender Tragepflicht ausweisen. Da es sich um Persönliche Schutzausrüstung handelt, ist es unbedingt notwendig, die Beschäftigten in den Auswahlprozess miteinzubeziehen. Persönliche Anforderungen des Beschäftigten (zum Beispiel Kopfform, -größe), die Berücksichtigung von gegenseitiger Beeinflussung von PSA (Schutzbrille, Gehörschutz, Helm) sowie von Hilfsmitteln des Beschäftigten (Hör- oder Sehhilfe) sind bei der Auswahl ebenfalls zu berücksichtigen. Beschäftigte mit Sehhilfe sollten aufgrund eines besseren Tragekomforts Schutzbrillen mit entsprechender Korrektur-Funktion bekommen. Durch die Einbindung der Beschäftigten können die Trageakzeptanz der PSA und ein sorgfältiger Umgang mit dieser gefördert werden.

Korrekte Handhabung

Außerdem sind die Beschäftigten in der korrekten Handhabung zu schulen und über Verwendungsbeschränkungen und Austauschkriterien zu informieren. Wechselwirkungen, beispielsweise Blendung und Reflektionen, sind zu berücksichtigen und die Beschäftigten zu sensibilisieren, den Schutz korrekt zu verwenden. Vorgesetzte sollten mit gutem Beispiel vorangehen und ebenso wie Betriebsbesucher oder Beschäftigte externer Firmen und Aufsichtsbehörden in den ausgewiesenen Bereichen die vorgeschriebenen Schutzausrüstungen tragen. Nicht nur die richtige Anwendung des Schutzes ist ein wichtiger Faktor: Ebenfalls entscheidend ist das Wissen der Beschäftigten über die korrekte Reinigung mit geeigneten Mitteln, welche die Schutzfunktion nicht einschränken, sowie die Nutzung einer sauberen, dicht schließenden Aufbewahrungsmöglichkeit. Dies trägt maßgeblich zu einer höheren Lebensdauer des Augen- und Gesichtsschutzes bei.

Markus Schick, BGHM