Projektarbeiten: Gute Beispiele für gute Praxis

Ausbildung mit Arbeitsschutz-Ideen

Kugelsortieranlage; © Robert Bosch Automotive Steering GmbH

Arbeitsschutz gehört heute in der Ausbildung zu den Kernqualifikationen und zur Fachkompetenz. Doch wie können Ausbildende ihre Azubis dafür begeistern? In den folgenden praktischen Beispielen sind Gruppenarbeiten, Projektarbeiten und Kreativität das Geheimrezept.

Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit müssen schon in der Ausbildung eine große Rolle spielen. Zunächst werden Wissen und Fachbegriffe vermittelt, Fähigkeiten und handwerkliche Fertigkeiten bis zum Schluss der Ausbildung gefestigt. Je weiter die Ausbildung fortschreitet, desto mehr stehen Fachqualifikationen und eigenständige Arbeitsweisen im Zentrum. Vermehrt ist nun der Wille gefragt, die Tätigkeiten so arbeitsschutzgerecht und sicher umzusetzen, wie es zu Beginn der Ausbildung vermittelt und gelernt wurde. Wie kann das gelingen? Ein probates Mittel dafür sind Projektarbeiten.

Beispiele für kreative Azubi-Projekte

Die Ausbilder der Robert Bosch Automotive Steering GmbH, Werk Berlin, beispielsweise lassen Auszubildende bei Projektarbeiten selbst kreativ werden. Nur das Motto und die grobe Zielrichtung werden vorgegeben. So entstanden in den vergangenen Ausbildungsjahren zum Thema „Mobilität“ Funktionsmodelle für Ampelschaltungen, die die Auszubildenden mit unterschiedlichen Steuerungen ausstatteten: Die Ampelmodelle wurden mit einer pneumatischen, einer elektrotechnischen und einer speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) versehen. Die Auszubildenden setzten die Projektarbeiten nach der Freigabe durch den Ausbilder von der Konstruktion über die Zeichnung bis zum fertigen Modell selbst um – von Anfang an den Arbeitsschutz, in Bezug auf die unterschiedlichen Steuerungen, fest im Blick.

Im Ausbildungsjahr 2018 entwickelten fünf Auszubildende eine Kugelsortiermaschine, die unterschiedliche Kugeln selektiert, transportiert und letztlich nach Material und Größe in entsprechende Behälter sortiert. Noch vor der Produktion der Maschine stellten die Azubis ein Modell des Projektes aus Holz, Pappe und weiteren Materialien in Originalgröße (Mock-up) her. Der Arbeitsschutz wird in die Projektarbeiten integriert: Die Auszubildenden planen ihn, setzen ihn um und reflektieren ihn im Rahmen ihres Projekts.

Solche Herangehensweisen sind wertvolle Erfahrungen für junge Menschen, um wie beispielsweise im Fall der Kugelsortiermaschine auch ergonomische Erkenntnisse einfließen zu lassen. Bestandteil des Praxisbeispiels war, dass die Auszubildenden die entstandene Maschine mit einer Gefährdungsbeurteilung und einer Betriebsanweisung versahen. Dieses Beispiel aus der Praxis zeigt: Kreative Projekte in der Ausbildung fördern das Verständnis für Arbeitsschutz. Freiräume sind ein Nährboden für Kreativität!

Weitere Informationen

Seminare für Ausbildende auf bghm.de

Gut zu wissen

Fast alle Ausbildungsberufe sind mittlerweile neu gefasst. Darüber informiert das Bundesinstitut für Berufsbildung: www.bibb.de. Verbunden sind damit zahlreiche Konsequenzen für Organisation und Umsetzung von Sicherheit und Gesundheit in der Berufsausbildung.