Mehr Versicherte und Mitgliedsbetriebe – weniger Unfälle

BGHM veröffentlicht Jahresbericht 2019

© BGHM / Bildkraftwerk, Fotograf: Martin Förster

Das Resümee des Jahres 2019 fällt für die BGHM gleich doppelt positiv aus. Zum einen verzeichnet sie einen neuen Höchststand an versicherten Personen sowie Mitgliedsbetrieben – und das schon das vierte Jahr in Folge: 5,5 Millionen Beschäftigte sowie freiwillig versicherte Unternehmerinnen und Unternehmer aus 231.500 Mitgliedsbetrieben der Branchen Holz und Metall standen 2019 unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Zum anderen gab es trotz dieses Zuwachses insgesamt weniger Arbeits- und Wegeunfälle.

Die Unfallhäufigkeit der meldepflichtigen Arbeitsunfälle je 1.000 Vollarbeiter sank von 34,43 im Jahr 2018 auf 32,80 in 2019. Die absolute Zahl der Arbeitsunfälle reduzierte sich im Vergleich zum Jahr 2018 um 4,1 Prozent: 2019 ereigneten sich 142.475 meldepflichtige Arbeitsunfälle (2018: 148.640). Die Wegeunfälle verringerten sich um 3,5 Prozent von 21.063 (2018) auf 20.324 (2019). Die Quote der Wegeunfälle pro 1.000 Versicherten für 2019 liegt mit 3,67 unter dem Vorjahreswert von 3,89. Die Zahl der tödlichen Arbeits- und Wegeunfälle betrug im Jahr 2019 97 (2018: 99).

„Die enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit der BGHM mit Mitgliedsbetrieben und Versicherten sowie das gemeinsame Engagement für mehr Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit wirken sich in vielfacher Hinsicht positiv aus“, stellt Christian Heck, Hauptgeschäftsführer der BGHM, fest. Der persönliche Kontakt mit den Mitgliedsbetrieben sei dafür unerlässlich. Darauf gelte es weiter aufzubauen, wie Heck betont: „Die BGHM bietet für Versicherte und Unternehmensverantwortliche ein umfangreiches Beratungs- und Dienstleistungsangebot, das kontinuierlich auf die Bedürfnisse der Mitgliedsunternehmen angepasst wird.“

Prävention lohnt sich

Trotz rückläufiger Unfallzahlen: Jeder Unfall ist einer zu viel. Diesem Grundsatz bleibt die BGHM auch in Zukunft verpflichtet. Denn Unfälle erzeugen Leid und gefährden oder beeinträchtigen das Leben und die Gesundheit der Menschen. Die Prävention von Arbeits- und Betriebswegeunfällen bedeutet für Unternehmensverantwortliche aber auch: Betriebsabläufe bleiben störungsfrei, Beschäftigte fallen nicht krankheitsbedingt aus und ein Arbeitsumfeld, in dem auf die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit geachtet wird, ist motivationssteigernd für die Belegschaft und für Fachkräfte attraktiv.

Zugleich wirkt sich jeder vermiedene Arbeitsunfall positiv auf die Solidargemeinschaft der Unfallversicherungsträger aus. Durchschnittlich rund 2.150 Euro kostet es die BGHM im Unfalljahr, wenn ein Beschäftigter beispielsweise arbeitsbedingt ausrutscht oder stolpert und sich infolgedessen verletzt. Mit etwas mehr als 2.400 Euro ist im Schnitt bei Unfällen mit Transportmitteln (kraftbetrieben oder nicht) zu rechnen. In schweren Fällen, aus denen eine Rente hervorgeht, entstehen vom Unfallzeitpunkt bis zum Ende des ersten Rentenjahres nach Stolper- oder Sturzunfällen durchschnittliche Kosten in Höhe von rund 50.000 Euro – bei Unfällen mit Transportmitteln (kraftbetrieben oder nicht) sind es im Schnitt sogar rund 90.000 Euro. Doch ungeachtet der jeweiligen Kosten bleibt das Engagement für die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten am wichtigsten. So können Unfälle wirkungsvoll vermieden werden.

Rehabilitations- und Entschädigungsleistungen

Im Jahr 2019 stellte die BGHM rund 1,97 Milliarden Euro für Reha- und Entschädigungsleistungen zur Verfügung. Das sind knapp 80 Prozent der Ausgaben aus dem BGHM-Haushalt. Allein für Rentenzahlungen wurden 1,2 Milliarden Euro aufgewendet. Des Weiteren erhielten 2019 insgesamt 3.892 Versicherte erstmals eine Unfall- oder Berufskrankheitsrente (2018: 3.698). Davon gehen 1.890 auf Arbeitsunfälle, 584 auf Wegeunfälle sowie 1.418 auf Berufskrankheiten zurück. Allein 811 Personen, die eine anerkannte Berufskrankheit hatten, verstarben im Jahr 2019.

Mehr Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit

Die BGHM verzeichnete im Jahr 2019 ein Plus von fast fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr bei den Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit. Von den insgesamt 16.896 Verdachtsanzeigen, die 2019 eingingen, war die Berufskrankheit Lärmschwerhörigkeit am häufigsten vertreten: Insgesamt 5.353 Anzeigen wurden hierzu gestellt – das entspricht einem Zuwachs von 5,4 Prozent im Vergleich zu 2018 mit 5.079 Anzeigen. 3.235 Mal, und damit am zweithäufigsten, war die Berufskrankheit Hauterkrankungen vertreten (2018: 3.351). 1.628 Verdachtsanzeigen entfielen 2019 auf die Berufskrankheit Asbestose mit Lungenkrebs/Kehlkopfkrebs (2018: 1.606).

Grafik: BGHM

2019 gab es in den BGHM-Mitgliedsbetrieben rund 6.100 weniger meldepflichtige Arbeitsunfälle im Vergleich zum Vorjahr. Gleiches gilt für die Wegeunfälle: Es wurden etwa 700 weniger verzeichnet.

© BGHM / Bildkraftwerk, Fotograf: Marcel Kusch
© BGHM / Bildkraftwerk, Fotograf: Silas Stein
© BGHM / Bildkraftwerk, Fotograf: Rudolf Schulz

BGHM-Jahresbericht ist online

In ihrem Jahresbericht 2019 veröffentlicht die BGHM unter dem Motto „Einfach sicher. Unsere Leistungen für Sie“ neben den wichtigsten Kennzahlen des vergangenen Jahres auch wichtige Infos, Daten und Fakten aus den Kernbereichen Prävention, Rehabilitation sowie aus der Verwaltung. Zudem gewinnen Leserinnen und Leser durch die Interviews und Reportagen einen lebendigen Einblick in die Angebote und Services, die die BGHM ihren Mitgliedsbetrieben und Versicherten bietet. www.bghm.de, Webcode 1538