Bei der BGHM gut versichert

Das gilt bei Praktikum, Hospitation und Probearbeit

Junger Mann und junge Frau in Arbeitskleidung; © goodluz/123RF.com

Oft werden Schülerinnen und Schüler, Studierende oder Arbeitssuchende nur vorübergehend im Unternehmen tätig, zum Beispiel für ein Praktikum, für eine Hospitation oder zum Probearbeiten. In den meisten Fällen sind sie dabei bei der BGHM unfallversichert – auch ohne eine Anmeldung.

Bei einem Praktikum besteht immer gesetzlicher Unfallversicherungsschutz, unabhängig davon, ob Entgelt gezahlt wird oder nicht, und ohne dass eine Anmeldung bei der BGHM erfolgen muss. Ein Praktikum ist eine Maßnahme der Wissensvermittlung: Die Praktikantin oder der Praktikant erprobt sich durch praktischen Einsatz im Betrieb, legt selbst Hand an, ist in den Betriebsablauf eingegliedert und sammelt so erste Berufserfahrung.

Auch Fachoberschülerinnen und -schüler der 11. Jahrgangsstufe in den Praxisphasen ihrer fachpraktischen Ausbildung sind wie „klassische“ Praktikantinnen und Praktikanten über den für das Unternehmen zuständigen Unfallversicherungsträger versichert. Absolvieren Schülerinnen und Schüler dagegen aufgrund schulischer Veranlassung ein Praktikum in einem Unternehmen, dann ist das Praktikum Teil der schulischen Ausbildung. Deshalb sind sie über den Unfallversicherungsträger der Schule versichert.

Für freiwillige Schnupperpraktika wiederum, die zum Beispiel in den Ferien und ohne schulische Veranlassung stattfinden und die die oben genannten Anforderungen erfüllen, besteht Unfallversicherungsschutz über den Unfallversicherungsträger des Praktikumsbetriebes.

Das gilt für Hospitationen

Hospitanten und Hospitantinnen sind nicht in den Betriebsablauf eingegliedert. Sie lernen ihn lediglich als Gast kennen, ohne dass sie dabei betriebliche Arbeitsleistungen von wirtschaftlichem Wert verrichten. Diese Personengruppe ist nach dem Gesetz nicht versichert. Kraft Satzung der BGHM besteht jedoch Versicherungsschutz gegen die Folgen von Arbeitsunfällen sowie Berufskrankheiten, wenn sie die Stätte des Unternehmens im Auftrag oder mit Zustimmung des Unternehmers oder der Unternehmerin aufsuchen. Der Versicherungsschutz bezieht sich dabei auf den Aufenthalt auf der Betriebsstätte, daher sind Wege von und zur Betriebsstätte nicht versichert.

Praktika im Rahmen des Studiums

In der Studienordnung vorgeschriebene Praktika vor, während oder nach dem Studium in einem Unternehmen sind über den Unfallversicherungsträger des Praktikumsbetriebes versichert. Für ein duales Studium gilt: Während der Studienzeiten an einer Hochschule oder einer Fachhochschule besteht Versicherungsschutz über die örtlich zuständige Unfallkasse beziehungsweise Landesunfallkasse. Während der praktischen Phasen sind die Studierenden dagegen über den für das Unternehmen zuständigen Unfallversicherungsträger versichert.

Studierende, die in einem Unternehmen eine Abschlussarbeit, wie etwa eine Bachelor-, Master-, oder Promotionsarbeit fertigen, sind gesetzlich unfallversichert, wenn sie die Arbeit im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses schreiben. Sind sie nur im Eigeninteresse tätig, sind sie dagegen nicht kraft Gesetzes unfallversichert. Hier greift jedoch wie bei Hospitantinnen und Hospitanten der Versicherungsschutz gemäß der BGHM-Satzung gegen die Folgen von Arbeitsunfällen auf dem Betriebsgelände sowie Berufskrankheiten.

Versicherungsschutz bei Probearbeiten

In der Regel fällt Probearbeit nicht unter den gesetzlichen Unfallversicherungsschutz, da es sich hier um eigenwirtschaftliche Tätigkeiten handelt. Probearbeitende stellen ihre Eignung für einen Arbeitsplatz unter Beweis. Ausnahmsweise kann jedoch – insbesondere bei mehrtätiger Probe-arbeit – gesetzlicher Versicherungsschutz bestehen, wenn die Person dabei „wie ein Beschäftigter“ im Betrieb mitarbeitet oder einer besonderen Aufforderung der Bundesagentur für Arbeit nachkommt, einen Betrieb aufzusuchen. Trifft dies nicht zu, stehen aber auch Probearbeitende bei der BGHM nicht ohne Unfallversicherungsschutz da.

Wenn sie nicht bereits nach anderen Vorschriften versichert sind, sind Tätigkeiten zur Anbahnung eines Beschäftigungsverhältnisses, wozu die Probearbeit zählt, bei der BGHM kraft Satzung versichert. Auch hier gilt: Versicherungsschutz nach der Satzungsregelung besteht auf dem Betriebsgelände, nicht auf den Wegen von und zum Unternehmen.

Sibylle Darmstadt und Thomas Dunz, BGHM