Schriften zu verhaltensbasiertem Arbeitsschutz

Gesund und sicher im Betrieb

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Unternehmen, die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit mit Herz und Verstand mitdenken, sind erfolgreich und sicher – warum eigentlich? Bei der Antwortfindung helfen neue arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse, zum Beispiel in den BGHM-Fach-Informationen sowie in den Schriften der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung und anderer Berufsgenossenschaften.

Diese Informationen und Schriften bringen beispielsweise Erfahrungen aus den BGHM-Seminaren und aus den Betriebsbesuchen der Aufsichtspersonen anschaulich auf den Punkt. Die folgenden Publikationen rund um Arbeitssicherheit, Management und verhaltensbasierten Arbeitsschutz unterstützen dabei, Arbeitsschutz im Alltag zu leben.

Auf die Haltung kommt es an

1. Was unterscheidet eigentlich die Kleinbetriebe, die in Sachen Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit gut aufgestellt sind, von denen, die „bemüht, jedoch weniger wirksam“ sind, und von den „Schwarzen Schafen“? Dieser Frage gehen die neue DGUV Information 206-025 „Auf die Haltung kommt es an!“ und die BGHM-Broschüre „Damit es rundläuft im Betrieb“ nach. Es werden jeweils fünf Praxis-Beispiele für erfolgreiche Maßnahmen in Betrieben zu Themen wie „sichere Kommunikation“, „Planung des Unplanbaren“ oder „Planung des vollständigen Arbeitsauftrags“ vorgestellt. Wesentlich für den Unternehmenserfolg scheinen die Aufmerksamkeit der Geschäftsführung für die Menschen und die Arbeitsbedingungen, das „Sich-gegenseitig-Vertrauen“ und die positive Haltung zum sicheren und gesunden Leben zu sein.

Verhaltensbasierter Arbeitsschutz

2. Wie lässt sich das sicherheitsgerechte Verhalten von Beschäftigten positiv beeinflussen? Diese Frage beantwortet die BGHM-Fach-Information 0069 „Sicheres und gesundes Verhalten steuern: Angewandte Erkenntnisse zum verhaltensbasierten Arbeitsschutz (behavior based safety (bbs))“. Bei den Behavior-Based-Safety-Ansätzen wird anhand von praktischen Verhaltensbeispielen das Grundprinzip der Verhaltensveränderung aufgezeigt. Die These: Es ist weder effektiv noch effizient, über Appelle oder jährliche Standardunterweisungen die Einstellung von Beschäftigten verändern zu wollen und dann darauf zu warten, dass sie ihr Verhalten entsprechend anpassen. In der Regel ist es umgekehrt: Setzen die Verantwortlichen kleine Verhaltensänderungen (an sich selbst und den Mitarbeitenden) konsequent durch, führt das oft dazu, dass die Beschäftigten auch ihre Einstellung und damit ihr Verhalten dauerhaft ändern. Das Tragen der Schutzbrille beispielsweise wird so zur Selbstverständlichkeit.

Veränderungsprozesse

3. Wie können Veränderungsprozesse in Unternehmen sicher und gesund gestaltet werden? Dieser Frage geht die Veröffentlichung „Fachbereich AKTUELL“ der DGUV – „FBGIB-002 Healthy Change in resilienten Organisationen: Sicherheit und Gesundheit in Veränderungsprozessen“ – anhand von „Motivatoren“ und „Demotivatoren“ nach. Industrie 4.0 und Arbeit 4.0. betreffen viele Bereiche und führen zu immer kürzeren Produktzyklen. Die Arbeitswelt verändert sich und Unternehmen befinden sich in ständigen Veränderungsprozessen, die mitunter auch mit Kontrollverlust zu tun haben. Das kann Menschen verunsichern und gefährden. Die Schrift zum Thema Veränderungen hilft Unternehmerinnen und Unternehmern dabei, Gefährdungsfaktoren mit einfachen Mitteln zu vermeiden.

Unternehmenskultur

4. Warum ist es vor allem für kleinere Unternehmen attraktiv, nützlich und zukunftssichernd, in eine sichere und gesunde Unternehmenskultur zu investieren? Diese Frage beleuchten die BGHM-Fach-Information 0068 „Unternehmenskultur – Wirkfaktoren und Bewertungskriterien“ und die Broschüre für Verantwortliche „Selbstverständlich sicher und gesund“ aus der Präventionskampagne „kommmitmensch“. Es geht beispielsweise darum, dass Unternehmen womöglich so viele Regeln haben, dass das einfache „Mitdenken“ bei ungeplanten gefährlichen Situationen auf der Strecke bleibt und so Unfälle entstehen können. Oder andererseits darum, dass andere Unternehmen sich zu sehr auf das Verhalten der Gesellinnen und Gesellen verlassen und dabei vergessen, dass auch sie nur Menschen sind und Menschen sich unter Stress ohne klare Regeln oft unnötig riskant verhalten. Die Fach-Information richtet sich an Beschäftigte, die einschätzen wollen, wie zukunftssicher und lernfähig ihr Unternehmen ist. Wenn Unternehmerinnen oder Unternehmer wissen wollen, warum Investitionen in eine Kultur der Prävention nicht nur sinnvoll, sondern auch nachhaltig sind, ist die „Broschüre für Verantwortliche“ für sie interessant. In beiden Medien können Leserinnen und Leser sich und ihr Unternehmen einordnen und sie erhalten Tipps für Veränderungen.

Martin Prüße und Marc Rockhoff, BGHM