Neue DGUV-Information

Handschutz an Schmiedepressen und Schmiedehämmern

Schmiedepresse; © Johann Hay GmbH Co. KG

Immer wieder kommt es bei Warmverformungsarbeiten zu Unfällen. Die neue DGUV-Information „Schmiedepressen/ Schmiedehämmer“ zeigt daher Maßnahmen zum Schutz vor Gefahren durch die Bewegungen solcher (gebrauchter) Maschinen im Werkzeugeinbauraum auf.

Für die Absicherung der Nicht-Bedienseiten von Schmiedepressen und Schmiedehämmern und als bedienseitige Schutzmaßnahmen beim Automatikbetrieb werden größtenteils die von Kalt-Pressen bekannten Schutzeinrichtungen vorgeschlagen.

Schutzmaßnahmen für Einrichter

Die Maßnahmenvorschläge zum Einrichterschutz tragen den Ausführungsbesonderheiten von Schmiedepressen und Schmiedehämmern Rechnung:

  • kraftbetätigte Türen
  • Zweihandschaltungen nach DIN EN 574 Typ II, gegebenenfalls mit Grob-Handtastern
  • ortsbindende Tippschalter
  • dreistufige Tippschalter in Verbindung mit begrenzter Geschwindigkeit
  • Verwendung einer Schrittschaltung
  • Handhebel in Verbindung mit selbstrückstellendem Sperrhebel (bei bestimmten Spindelpressen)

Im Falle der Anwendung von Tippschaltern zum Einrichterschutz wird es als ausreichend angesehen, wenn ein Tippschalter pro Zugangsseite vorhanden ist.

Schutzmaßnahmen für Bedienpersonen

Zum Schutz jeder Bedienperson bei Handbestückung werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

  • untergreifbare kraftbetätigte Türen *
  • kraftbetätigte Türen mit „Gate Start“ **
  • Typ 4-Lichtgitter mit „Floating Blanking“ nach DIN EN 61496-2 *
  • Typ 2-Lichtgitter nach DIN EN 41496-2 **
  • Typ 2-Kamerasysteme nach DIN IEC/TS 61496-4 **
  • Typ 2-Laserscanner nach DIN CLC/TS 61496-3 **
  • Kombination zweier Standard-(z.B. „Outdoor“-) Laserscanner **
  • Zweihandschaltungen nach DIN EN 574 Typ II, gegebenenfalls mit Grob-Handtastern **
  • Personenschutz-Transpondersysteme
  • überdeckte Fußschalter mit überwachter Sperrwippe oder in Verbindung mit Annahmebereitschaftseinrichtung
  • Detektion von Schmiedewerkstücken im Werkzeugeinbauraum (als sekundäre Maßnahme)
  • eigene Annahmebereitschaftseinrichtung in Verbindung mit Notbefehlseinrichtung
  • Sitzbelegterkennung (oder äquivalente Maßnahme) am Manipulator
  • Hub-/Schlagauslösung vom Manipulator oder vom Leitstand aus
  • (ortsbindende) Handhebel

Zum Betrieb von Schmiedepressen und Schmiedehämmern wird besonders auf die Unfallträchtigkeit des „Durchwerfens“ von Schmiedewerkstücken mit Hilfswerkzeugen ohne Weiteres hingewiesen.

* im Falle des erforderlichen Haltens des Werkstücks während der Bearbeitung
** ohne erforderliches Halten des Werkstücks während der Bearbeitung

Martin Schulte, BGHM