Drittes Kolloquium „Schweißrauche“

Herausforderungen bei der Umsetzung der TRGS 528 und Vorschläge für branchenspezifische Lösungen

Grafik: Schweißen; © BGHM

Herausforderungen gemeinsam annehmen und Meilensteine zur Minderung der Schweißrauchexposition setzen – dabei haben rund 70 Teilnehmende verschiedener Institutionen, Verbände und Institute mit dem dritten Kolloquium „Schweißrauche“ im Frühsommer 2021, das die BGHM gemeinsam mit dem Fachbereich Holz und Metall der DGUV ausrichtete, deutliche Fortschritte gemacht.

Die Umsetzung der Technischen Regel für Gefahrstoffe TRGS 528 „Schweißtechnische Arbeiten“ beim Schweißen und verwandten Verfahren stellt Betriebe vor Herausforderungen. Diese wurden auf dem Kolloquium dargestellt und beraten. Seit dem zweiten Kolloquium weiterentwickelte Teilprojekte wurden in Form von Empfehlungen für kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen vorgestellt, die im Anschluss weiter konkretisiert und abgestimmt werden.

Die Themenfelder reichen von Technologien über Messtechnik, Arbeitsmedizin, Überwachung und Beratung bis hin zur Forschung. Ein Beispiel für mögliche Maßnahmen ist die technische Optimierung heute vorhandener Zusatzwerkstoffe und Prozessgase hinsichtlich der Schweißrauchminimierung: So wird mit Unterstützung von Partnern und unter wissenschaftlicher Begleitung eine optimierte Draht-Gas-Kombination in einem Mitgliedsunternehmen der BGHM erprobt.

Mit optimierten Parametern, in diesem Fall CO2-reduziertes Schutzgas, werden Schweißarbeiten an Produktionsteilen parallel mit einem durch die BGHM durchgeführten Schweißrauchmessprogramm ausgeführt. Es wird aufgrund neuerer Forschungsergebnisse erwartet, dass eine zusätzliche Schweißrauchminderung nachweisbar ist. Zu auf dem Kolloquium im Frühsommer vereinbarten Aktionen gehören zudem unter anderem:

  • Entwicklung einer konkretisierenden Messstrategie zur Unterstützung der Gefährdungsermittlung in der betrieblichen Praxis,
  • Zusammenstellung des aktuellen Stands der Forschung zu Entstehung, Freisetzung, prozesstechnischen und werkstoffbedingten Einflussfaktoren von Schweißrauch beim Metallschutzgasschweißen (MSG-Schweißen),
  • Analyse der Expositions- und Emissionsdaten zur Identifizierung kritischer Draht-Gas- Kombinationen,
  • Entwicklung eines Vorhersagetools für Schweißrauche – Schaffung einer Datenbasis für Rechenmodelle, die zuverlässige Aussagen über zu erwartende Expositionen und die Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen zulässt,
  • Entwicklung eines Schweißrauchminderungsprogramms für Betriebe.

Ein Meilenstein ist der als Entwurf vorliegende „Kooperationsrahmen zur Minderung der Schweißrauchexposition bei MIG-/MAG- Verfahren durch die praxisgerechte Umsetzung der TRGS 528“, dem inzwischen verschiedene Institutionen, Verbände und Institute grundsätzlich zugestimmt haben.

Die Kooperationspartner streben in fachlicher Abstimmung zwischen Bund, Ländern, DGUV, Unfallversicherungsträgern, Sozialpartnern, Fachkreisen der Hersteller und Anwender sowie Wissenschaft ein regelkonformes und praxisgerechtes Vorgehen zur Umsetzung der mit Stand Februar 2020 novellierten TRGS 528 an. Dazu hat das dritte Kolloquium einige Fortschritte und Vereinbarungen zum weiteren Vorgehen erreicht. Ein weiteres Kolloquium „Schweißrauche“ ist noch für dieses Jahr geplant.

Kathrin Stocker, BGHM