Das Qualifizierungsprogramm der BGHM

Im Heute für die Zukunft lernen

Frau mit Tablet; © milkos/123RF.com

Mehrere zehntausend Personen drücken jedes Jahr bei der BGHM die sprichwörtliche Schulbank. Die Themen der Grundlagen-, Weiterbildungs- und Fortbildungsseminare reichen von Unterweisungen über Baustellensicherheit bis zu den Eckpunkten einer sicheren und gesunden Unternehmenskultur. Ausgebildet werden zudem unter anderem Fachkräfte für Arbeitssicherheit. Dass sich die Angebote im Jahr 2020 stark verändert haben, liegt nicht nur an Corona.

Wir haben bereits lange vor der Pandemie damit begonnen, unser digitales Qualifizierungsangebot auszubauen“, sagt Roland Trocha, Leiter der Hauptabteilung Präventionsbezirke und stellvertretender Präventionsleiter der BGHM. „Dass wir hier schon eine gute Basis hatten, half uns, als die Nachfrage nach Online-Formaten sprunghaft anstieg: Wegen der Pandemie-Beschränkungen mussten wir die Zahl der Teilnehmenden in Präsenzveranstaltungen immer wieder stark reduzieren oder Bildungsstätten sogar ganz schließen.“

Wo es möglich war, verlagerte die BGHM Präsenz-Seminare in ein digitales Format. Parallel dazu entwickelte sie neue Online-Angebote. Schließlich mussten Schulung, Aus- und Weiterbildung rund um den Arbeitsschutz weitergehen – auch und gerade in dieser besonderen Situation. Die Mitgliedsbetriebe waren auf verlässliche Informationen zum Beispiel zum Infektionsschutz angewiesen, um sichere und gesunde Arbeit unter Corona-Bedingungen zu gestalten. Die BGHM wurde dem im Jahr 2020 mit 209 Online-Seminarveranstaltungen gerecht. Und ein enormes Wachstum ist zu beobachten: Im ersten Quartal 2021 waren es bereits 101 Seminarveranstaltungen, die digital stattfanden.

Corona wirkt als Digitalisierungsbeschleuniger

„Für uns als Präventionsfachleute war es nicht schwer, gut funktionierende Schutzkonzepte für Präsenz-Seminare zu erstellen“, sagt Trocha. Und auch Wissensthemen ins Digitale zu übertragen, habe sich als recht einfach erwiesen – die Angebote seien gut angenommen worden. Wenn es jedoch um soziale Kompetenzen wie etwa die Gesprächsführung gehe, sei die Konzeption von Online-Formaten eine Herausforderung. Ein Beispiel dafür ist die Ausbildung von Sicherheitsbeauftragten, die ihre Kollegen und Kolleginnen vor Ort im Betrieb zu sicherheitsgerechtem Verhalten motivieren sollen: Hier sind Kommunikationskompetenzen gefragt. „Auch diesen Transfer haben wir gemeistert“, erklärt Roland Trocha mit Blick auf die positiven Rückmeldungen von Teilnehmenden.

Den Anfang in der Reihe coronabedingter digitaler Neuerungen bildeten die Online-Sprechstunden: BGHM-Fachleute geben in einer Telefonkonferenz Wissens-Input, Teilnehmende stellen Fragen und erhalten fundierte Antworten. So konnte die BGHM direkt zu Beginn der Pandemie drängende Fragen rund um Corona klären und viele Informationen bieten – zusätzlich zu den umfassenden Medien auf der Website, den bilateralen Beratungsgesprächen mit den Aufsichtspersonen und den Anfragen, die über die Hotline eingingen. Das Format der Online-Sprechstunden bewährte sich auch bei Fachthemen der Holz- und Metallbranchen, etwa zur Maschinen-Instandhaltung.

Ergänzt wurde es durch Angebote, die in einem speziell eingerichteten Lernportal rund um die Uhr nutzbar sind: folienbasierte Filme „Quick and Safe – Praxisinformationen“ sowie eine zunehmende Anzahl an Online-Kursen. Zielgruppe der Qualifizierungs-Angebote der BGHM sind die Arbeitsschutz-Multiplikatoren in Betrieben: insbesondere Unternehmerinnen und Unternehmer, Führungskräfte, Handwerksmeister, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Sicherheitsbeauftragte, Betriebsräte sowie Ausbildende. Sie tragen das erworbene Wissen für sicheres und gesundes Arbeiten in die Betriebe. Diese Zielgruppe möchte die BGHM auch mit ihrem regionalen Seminar-Angebot erreichen.

Seit Anfang 2020 bildet sie deutschlandweit nicht nur in ihren Bildungsstätten fort, sondern zusätzlich in Seminaren in geeigneten Hotels oder Tagungsstätten an mehr als 100 Orten in Deutschland. „Leider konnten wir damit coronabedingt Anfang 2020 nicht so durchstarten wie geplant. Die ersten regionalen Seminare, die vor den coronabedingten Einschränkungen stattfanden, sind bei den Teilnehmenden aber auf sehr positive Resonanz gestoßen“, so Roland Trocha. Immer wenn die Pandemielage es zulässt, profitieren Teilnehmende von den besonders kurzen Anreisen zu den eintägigen Weiterbildungen. „Das Format lässt sich gut in den Arbeitsalltag kleiner und mittelständischer Unternehmen integrieren und ist daher für diese Zielgruppen besonders attraktiv“, betont Roland Trocha.

Im Austausch mit den Zielgruppen

Im Hinblick auf die Zukunft und mit Bezug auf die positiven Rückmeldungen im Jahr 2020 sagt er: „Die BGHM- Qualifizierungsangebote der Zukunft werden eine Mischung aus Präsenzveranstaltung, Online-Modulen und anderen digitalen Möglichkeiten wie Chats sein. Im Austausch mit unseren Zielgruppen wird es stets das Format geben, das die Inhalte am besten und effektivsten vermittelt.“ Mit den seit Ende des Jahres 2020 geltenden Anmeldungsmodalitäten ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung gemacht: Seitdem erhalten alle Teilnehmenden ein eigenes Konto im Online-Portal meineBGHM.

So bleiben sie nach dem Seminar in Kontakt mit der BGHM und können auch im Nachgang Fragen zur Umsetzung im Betrieb stellen – ein wichtiger Faktor für eine nachhaltige Veränderung in den Unternehmen. „So wie wir auf neue und dynamische Situationen wie die Pandemie reagieren, so agieren wir auch im Hinblick auf die zukünftige Qualifizierung“, sagt Roland Trocha: „Nicht nur die Betriebe müssen in Sachen Arbeitsschutz stets am Ball bleiben, auch für uns gilt, im Heute für die Zukunft zu lernen und sich stetig zu verbessern.“ Das heißt: Die BGHM wird ihr breites Qualifizierungsangebot kontinuierlich weiterentwickeln und entsprechend den Bedürfnissen der Betriebe gestalten.

Eva Ebenhoch, BGHM