„Sicherheit geht jeden an“

Mit individuellem Einsatz zur Präventionskultur

Arbeiter in Werkhalle; © BGHM/Bildkraftwerk/Laurin Schmid

„Sicherheit geht jeden an“: Dieses Motto sehen die Beschäftigten des Unternehmens Volvo Construction Equipment Hameln jeden Tag vor sich – der Satz prangt auf großen Schildern, die hoch oben an den Wänden der Produktionshallen angebracht sind. Wie wichtig ein funktionierendes Miteinander, eine gute Organisation und der stete Blick auf die Einhaltung des Arbeitsschutzes sind, zeigt sich hier immer wieder aufs Neue.

Das Unternehmen mit 500 Beschäftigten entwickelt und produziert Straßenbaumaschinen– Hydraulik, Fahrwerke, Motor und Gehäuse von Straßenfertigern, Asphalt- und Erdbauwalzen werden im Betrieb manuell montiert. Wer sich die Arbeit in der Fertigung jedoch dementsprechend laut und schmutzig, hektisch und unkoordiniert vorstellt, liegt falsch: Es ist hell, sauber und ruhig.

Konzentriert gehen die Beschäftigten in der Halle ihren Tätigkeiten nach, die Regale sind genau sortiert und aufgeräumt, an den Arbeitsplätzen liegt das benötigte Werkzeug ordentlich bereit. Jeder Weg scheint genau überlegt, jeder Handgriff sitzt. Es ist offensichtlich, dass das Motto von den Wänden längst auch in den Köpfen der Beschäftigten angekommen ist. Doch wie gelingt es, sicheres Arbeiten als Thema für alle als zentrale Botschaft zu etablieren?

Wichtiges Zusammenspiel aller Beteiligten

„Früher haben wir reagiert, wenn etwas passiert ist. Wir haben jeden Arbeitsplatz individuell betrachtet und Arbeitsschutz nicht nachhaltig und nicht als allumfassende Grundvoraussetzung gesehen“, erzählt Geschäftsführer Dirk Heusing. „Mittlerweile sind die Prävention von Arbeitsunfällen und die Vermeidung arbeitsbedingter Erkrankungen hingegen fest in unserem Leitbild verankert und sicheres und gesundes Arbeiten ist bedeutender Teil unserer Unternehmenskultur.“

Heusing sitzt gemeinsam mit Jörg Cornelsen, Environment-Safety-Health (ESH)-Manager, dem Betriebsratsvorsitzenden Karl-Heinz Maiworm, Administrative Assistant ESH Silke Meyer und der BGHM-Aufsichtsperson Andreas Franzki in einem Konferenzraum und erzählt: vom kulturellen Wandel, der sich in den vergangenen Jahren im Unternehmen vollzogen hat und davon, wie alle Anwesenden täglich ihren Teil dazu beitragen. „Meine Aufgabe als Geschäftsführer ist es, als Vorbild zu fungieren und meinen Beschäftigten zu zeigen, dass Sicherheit und Arbeitsschutz nicht nur leere Worte sind. Als Verantwortlicher stelle ich auch die Ressourcen wie Zeit und Geld. Eine Präventionskultur im Betrieb aufzubauen, ist ein langfristiges Projekt, bei dem es gilt, alle Beschäftigten aus allen Bereichen miteinzubeziehen und über einen langen Zeitraum immer wieder zu motivieren. Bei uns will niemand, dass sich irgendjemand verletzt: Jeder Einzelne soll am Abend wieder gesund nach Hause gehen. Die Identifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit diesen Unternehmenswerten ist sehr hoch – darauf bin ich natürlich stolz.“

Dass die Beschäftigten sich wertgeschätzt fühlen und wissen, dass ihre Ideen, Anregungen und Lösungsvorschläge für sicheres und gesundes Arbeiten ernst genommen werden, weiß auch der Betriebsratsvorsitzende Karl-Heinz Maiworm. Als Bindeglied zwischen Belegschaft und Geschäftsführung vertritt er die Interessen seiner Kollegen und Kolleginnen gegenüber der Führungsebene und beteiligt sich daran, dass ihr Wissen aus der Praxis bei Entscheidungen berücksichtigt wird. „Wir haben viele Mitbestimmungsrechte, legen aber unseren Fokus auf eine aktive Mitwirkung“, sagt er. „Es herrscht ein offenes und ehrliches Verhältnis zwischen den Beschäftigten und der Geschäftsführung, jeder kann seine Meinung einbringen – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben schließlich die beste Expertise, was ihren Arbeitsplatz anbelangt.“

BGHM als wichtiger Ansprechpartner

Maschinenverkehr und der Umgang mit schweren Lasten sind besondere Gefährdungspunkte, die es bei der Arbeit zu berücksichtigen gilt. „Bei den relativ langen Taktzeiten ist es aus ergonomischer Sicht zum Beispiel wichtig, die Bewegungen abwechslungsreich zu gestalten“, erklärt Sicherheitsfachkraft Jörg Cornelsen. „Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass ergonomisch gut gestaltete Arbeitsschritte immer auch effizient sind und einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Arbeitsplätze alternsgerecht zu gestalten. In diesem Zusammenhang haben wir in vielen Bereichen unter anderem die zurückgelegten Entfernungen analysiert und daraufhin zum Beispiel die Regale umgestellt, um die Wege zu verkürzen.“

In einem anderen Projekt wurden Lärmquellen analysiert und unter Mitwirkung der Beschäftigten mithilfe von Lärmminderungsmaßnahmen eine deutlich messbare Verbesserung der Lärmbelastung erzielt. In verschiedenen Workshops und Besprechungen werden regelmäßig gemeinsam Ideen gesammelt, um die Sicherheit im Betriebsalltag zu verbessern. „Dabei legen wir Wert darauf, die Maßnahmen auch möglichst sofort in die Praxis umzusetzen, damit es nicht nur bei der Theorie bleibt“, so Cornelsen.

Auf dem Weg hin zu einer Präventionskultur hat das Unternehmen eng mit BGHM-Experte Andreas Franzki zusammengearbeitet und zahlreiche Unterstützungsangebote der BGHM wahrgenommen – darunter Führungskräftetrainings und Schulungen. Ein gemeinsames Projekt widmete sich dem Arbeitsschutz speziell in der Ausbildung, um den hohen Stellenwert von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit gleich von Anfang an zu vermitteln. „Dabei war die Zusammenarbeit mit der BGHM stets sehr positiv: geprägt von Vertrauen und offener Kommunikation. Unterstützung und Beratung standen immer an oberster Stelle.“ Andreas Franzki kann dieses Lob nur zurückgeben: „Was man hier auf jeden Fall merkt, ist, dass jeder einzelne sich dafür einsetzt, sicheres und gesundes Arbeiten im Betriebsalltag umzusetzen und den Arbeitsschutz immer weiter zu verbessern. Sicherheit geht hier wirklich jeden an – das steht außer Frage.“

Adrienne Bilitza, BGHM

Jörg Cornelsen, Environment-Safety-Health (ESH)-Manager, Karl-Heinz Maiworm, Betriebsratsvorsitzender, Administrative Assistant ESH Silke Meyer und BGHM-Aufsichtsperson Andreas Franzki © BGHM/Bildkraftwerk/Laurin Schmid

Gemeinsam stark im Arbeitsschutz: Jörg Cornelsen, Environment-Safety-Health (ESH)-Manager, Karl-Heinz Maiworm,  Betriebsratsvorsitzender, Administrative Assistant ESH Silke Meyer und BGHM-Aufsichtsperson Andreas Franzki