Heilbehandlung und medizinische Rehabilitation

Nach einem Arbeitsunfall – welche Versorgung leistet die BGHM?

Medizinische Versorgung; © kchung/123RF

Nach einem Arbeitsunfall, nach einem Wegeunfall oder bei einer (drohenden) Berufskrankheit sorgt die BGHM dafür, dass eine verletzte oder eine erkrankte Person optimale medizinische Behandlung und Rehabilitation erhält. Von der Erstversorgung über die ärztliche Behandlung bis zu Heilmitteln: Diese Leistungen erbringt die BGHM.

Mit einem Netzwerk von Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten, Kliniken sowie einem zielgerichteten Rehabilitationsmanagement kümmert sich die BGHM darum, dass ein frühzeitiger und nachhaltiger Heilerfolg erreicht werden kann. Sie steuert und koordiniert die medizinische Behandlung sowie die Wiedereingliederung in den Beruf und in das soziale Umfeld. Mit den Versicherten und weiteren Beteiligten stimmt sie frühzeitig einen individuellen Reha-Plan mit allen erforderlichen Maßnahmen ab. Nicht zuletzt erbringt sie finanzielle Leistungen, damit Beschäftigte wieder gesund und sicher leben und arbeiten können.

Erstversorgung

Die Erstversorgung ist die Versorgung Unfallverletzter durch qualifiziertes und entsprechend geschultes Personal, zum Beispiel beim Rettungsdienst. Die BGHM übernimmt als Unfallversicherungsträger die Kosten für diese notfallmedizinische Versorgung. Ist nach dem Arbeitsunfall mit einer Arbeitsunfähigkeit zu rechnen, erhalten Verletzte eine fachärztliche Erstversorgung durch einen speziell zugelassenen Durchgangsarzt beziehungsweise eine Durchgangsärztin.

Ärztliche Behandlung

Ärztinnen, Ärzte oder Zahnärztinnen und Zahnärzte behandeln Verletzte ambulant oder stationär. Wenn andere Hilfeleistungen wie etwa Krankengymnastik erforderlich sind, werden diese vom Arzt oder der Ärztin verordnet. Die Kosten der Heilbehandlung rechnet er oder sie beziehungsweise das Krankenhaus direkt mit der Berufsgenossenschaft ab. Bereits in der Akutphase nach einem Arbeits- oder Wegeunfall wird durch spezielle Verfahren sichergestellt, dass die Verletzten sofort von unfallmedizinisch besonders qualifizierten Ärztinnen und Ärzten, zum Beispiel einem Durchgangsarzt oder einer Durchgangsärztin, und/oder Therapeutinnen und Therapeuten bestmöglich medizinisch und erforderlichenfalls psychologisch versorgt werden.

Wichtige Partnerinnen bei der medizinischen Versorgung Unfallverletzter sind die leistungsstarken BG-Kliniken der Unfallversicherungsträger. Sie versorgen über eine halbe Million Patientinnen und Patienten im Jahr und verfügen über Ressourcen für die Behandlung besonders schwerer Verletzungen. Bei der Behandlung von Querschnittgelähmten und Schwerbrandverletzten haben die Berufsgenossenschaftlichen Kliniken einen wesentlichen Anteil an der Gesamtversorgung in Deutschland

Arznei- und Verbandmittel

Die BGHM übernimmt grundsätzlich die Kosten für ärztlich verordnete Arznei- und Verbandmittel wie zum Beispiel Schmerzmittel bis zur Höhe der Festbeträge des Krankenkassenrechts. Reicht ein Arznei- oder Verbandmittel, das für den Festbetrag nach dem Krankenkassenrecht zu erhalten ist, für den Heilerfolg im Einzelfall nicht aus, übernimmt die BGHM mit ärztlicher Begründung auch die Kosten eines teureren Mittels. Der oder die Versicherte muss zudem keine Rezeptgebühren zahlen.

Heilmittel

Heilmittel sind alle ärztlich verordneten Dienstleistungen, die einem Heilzweck dienen oder einen Heilerfolg sichern. Hierzu gehören insbesondere Maßnahmen der physikalischen Therapie wie etwa

  • Massagen
  • Krankengymnastik
  • Packungen und Bäder
  • Erweiterte ambulante Physiotherapie

Solche Hilfeleistungen, die die ärztliche Behandlung unterstützen, dürfen nur von entsprechend ausgebildetem Personal erbracht werden. Bei einem Versicherungsfall müssen Versicherte für diese Behandlungen keine Eigenanteile entrichten.

Hilfsmittel

Hilfsmittel sind alle ärztlich verordneten Mittel, die den Erfolg der Heilbehandlung sichern oder die Folgen von Gesundheitsschäden mildern oder ausgleichen. Dazu gehören Körperersatzstücke wie etwa Prothesen, orthopädische und andere Hilfsmittel. Wenn das Ziel der Heilbehandlung mit Hilfsmitteln erreicht werden kann, für die nach dem Krankenkassenrecht Festbeträge festgesetzt sind, trägt die BGHM die Kosten. Verordnet der Arzt oder die Ärztin ein Hilfsmittel, dessen Preis den Festbetrag überschreitet, gilt dasselbe wie bei den Arznei- und Verbandmitteln: Begründet er oder sie, dass das Festbetrags-Hilfsmittel nicht für den Heilerfolg ausreicht, übernimmt die Berufsgenossenschaft auch hier die Kosten des teureren Mittels.

Belastungserprobung

Die Arbeits- und Belastungserprobung soll helfen, dass sich der oder die Versicherte nach einer schweren Verletzung wieder schrittweise an die Belastungen im Arbeitsalltag gewöhnen kann. Ein frühzeitiger und nachhaltiger Heilerfolg bedeutet auch, dass Versicherte möglichst bald wieder ihrem Beruf nachgehen können. Deswegen erfolgt ein Einstieg mit individuell angepasster Arbeitszeit und Arbeitsbelastung, die nach und nach gesteigert werden. Die BGHM spricht die Vorgehensweise mit den Versicherten und dem Arbeitgeber beziehungsweise der Arbeitgeberin ab. Zudem wird die Belastungserprobung ärztlich überwacht. In dieser Phase besteht durchgehend Arbeitsunfähigkeit.

Thomas Dunz, BGHM