Zuhause, im Krankenhaus und im Betrieb

Reha-Management unterstützt individuell

© BGHM/Bildkraftwerk/Zöhre Kurc

Es ist der 30. November 2015, als dem Stahlbauschlosser und Schweißer Berndt Leps ein 750 Kilogramm schwerer Stahlträger auf die Beine fällt. Beide Hüftgelenke, die Unterschenkel, ein Knie sowie der linke Arm und Daumen sind verletzt. Heute kann der 65-Jährige wieder laufen, Fahrrad fahren und mit seinen Enkeln spielen. Wie das Reha-Management der BGHM ihn und andere Versicherte nach einem Unfall unterstützt, zeigt ein Tag mit dem Reha-Manager Marco Begert aus der Bezirksverwaltung Berlin-Dessau.

Die BGHM hat nicht bloß geredet, sondern sich wirklich gekümmert. Nach diesem schweren Unfall hat das mich und meine Frau unwahrscheinlich entlastet“, erinnert sich Berndt Leps. Marco Begert steht ihm während des gesamten Genesungsprozesses eng zur Seite: Er berät ihn zu anstehenden Maßnahmen, organisiert die stationäre Behandlung und Reha, koordiniert Termine mit Ärzten oder Physiotherapeuten und hat stets ein offenes Ohr für seine Fragen oder Sorgen. „Als ich aus dem Krankenhaus kam, war das Pflegebett schon aufgebaut. In der Reha habe ich wieder laufen gelernt und später kam jeden Tag ein Physiotherapeut vorbei. Schön, dass alles so selbstverständlich geklappt hat“, sagt Leps rückblickend.

Er ist ein positiver Mensch, der sich auch durch eine weitere schlechte Nachricht nicht unterkriegen lässt – rund ein Jahr nach dem Schicksalsschlag steht fest: Berndt Leps kann aufgrund seiner schweren Verletzungen nicht wieder arbeiten. Auch hier kümmert sich der Reha-Manager um die passende Lösung. „Mir war es wichtig, dass er nicht in ein finanzielles Loch fällt. Die verschiedenen Zweige der Sozialversicherung haben gut ineinandergegriffen.“ Denn: Auf das Verletztengeld der BGHM folgen die Verletztenrente zusammen mit dem Arbeitslosengeld und – bis heute – die vorgezogene Altersrente.

„Auch wenn die Erinnerungen und die Bilder von damals immer mal wieder hochkommen, lasse ich mich nicht unterkriegen. Die Spaziergänge und Fahrradausflüge mit meiner Frau und die Aktivitäten mit meinen Enkeln tun mir gut. Ich bin froh über alles, was ich heute wieder machen kann – nur eben etwas langsamer als früher“, erzählt Berndt Leps.

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„Schön, dass alles so selbstverständlich geklappt hat!“ Berndt Leps über die Betreuung durch Marco Begert.

„Natürlich kannst du bei uns bleiben!“

Nach einem Arbeits- oder Wegeunfall setzt sich die BGHM mit allen geeigneten Mitteln für eine Wiedereingliederung in das Arbeitsleben ein. So auch bei Jens Arnold, der nach einem Wegeunfall mit diversen Brüchen weiterhin bei seinem Arbeitgeber Degener Metall- und Montagebau angestellt ist. An das erste Gespräch im Krankenhaus erinnert sich Birgit Degener, die Frau des Inhabers, ganz genau: „Herr Arnold wollte direkt wissen, ob er bei uns bleiben kann. Für mich und meinen Mann war das selbstverständlich. Seine Motivation hat uns erstaunt und für einen kleinen Moment den Schock sowie die Sorge um ihn in den Hintergrund treten lassen.“

Nach Krankenhausaufenthalt, stationärer und ambulanter Reha fand in der Firma über drei Monate hinweg eine Arbeits- und Belastungserprobung statt. „Schnell hat sich dabei gezeigt, dass meine vorherigen Tätigkeiten auf Montage im Außendienst nicht mehr möglich waren. Die Berufsgenossenschaft hat mir einen Arbeitstherapeuten zur Seite gestellt, der meine noch vorhandenen Fähigkeiten analysiert hat“, erzählt Jens Arnold. Daraufhin hat die BGHM spezielle Arbeitsschuhe und eine Stehhilfe bezahlt sowie einen Deckenlaufkran zu einem großen Teil mitfinanziert, der ihn beim Heben und Tragen unterstützt.

„Es ist schön, dass er der Firma als Altgeselle mit seinem Wissen erhalten bleibt. Nicht nur für ihn und für den Unternehmer ist das gut, sondern auch im Hinblick auf die wirtschaftliche Verwendung der Mitgliedsbeiträge. Denn der Kran ist günstiger als eine Umschulung“, erklärt Marco Begert. Inhaber Richard Degener gesteht, dass er vor dem Unfall die Leistungen der BGHM nicht wirklich kannte: „Die BGHM ist so viel mehr als Kontrolle. Mittlerweile habe ich ein Seminar besucht, nutze die Beratungsangebote der Prävention und die umfangreichen Informationen der Internetseite. Herr Begert hat sich sehr für Herrn Arnold eingesetzt und wir freuen uns über dessen Ankündigung, bis zur Rente bei uns bleiben zu wollen.“

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Jens Arnold ist nach einem schweren Wegeunfall weiterhin bei seinem Arbeitgeber angestellt, die BGHM hat eine besondere Hebehilfe mitfinanziert.

Neue Aussichten nach Umschulung

Wer von sich behaupten kann, dass der Beruf zeitgleich das Hobby ist, hat es gut getroffen. Hauke Witt ist eine von diesen Personen – wenn auch auf Umwegen. Ein Arbeitsunfall mit komplexen Knieverletzungen im August 2016 setzt seiner Tätigkeit als Fuhrparkleiter ein Ende. Körperliche Arbeit kann er durch sein instabiles Knie nicht mehr leisten. „Als das klar war, hatte ich Angst, nie wieder arbeiten zu können. Doch jammern hilft ja bekanntlich nichts und ich bin fest davon überzeugt, dass in jedem Unglück auch etwas Gutes steckt“, erzählt die Frohnatur.

Noch im selben Jahr spricht der 60-Jährige mit Marco Begert über seine neuen Zukunftspläne: eine Umschulung zum Fahrlehrer. „Auch mit Blick auf den demografischen Wandel war ich von der Idee sofort angetan. Nach einem Belastungstest, Testfahrten und Gefahrbremsungen bei einer Fahrschule hat Herr Witt schon ein gutes halbes Jahr nach dem Unfall mit der durch uns finanzierten Umschulung begonnen“, berichtet Begert.

Darüber hinaus erhält er von der BGHM einen Gründungszuschuss für den Aufbau seiner selbständigen Tätigkeit. „In meiner neuen Rolle als Unternehmer kann ich sagen: Es ist wichtig, dass es die gesetzliche Unfallversicherung gibt. Kamerad Bismarck, der 1884 die gesetzliche Unfallversicherung gegründet hat, hat’s gut gemacht! Und die BGHM ebenfalls. Meine Umschulung war ein echter Volltreffer“, sagt Hauke Witt lachend. Auch Marco Begert freut sich über den Erfolg: „Hier wird mal wieder klar, warum ich gerne Reha-Manager bin: Ich helfe Menschen mit allen geeigneten Mitteln. Meine Arbeit ist für mich wirklich mehr als nur ein Job!“

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„In meiner neuen Rolle als Unternehmer kann ich sagen: Es ist wichtig, dass es die gesetzliche Unfallversicherung gibt.“

Meike Fredrich, BGHM