Instandhaltungsarbeiten auf Dächern

Wirksam unterweisen mit dem Erlaubnisschein Dacharbeiten

Flachdach und Treppe; © BGHM

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, die mit Instandhaltungsarbeiten auf Dächern beauftragten Beschäftigten zu unterweisen. Bei der Unterweisung kann der sogenannte Erlaubnis- oder auch Begehungsschein Dacharbeiten unterstützen.

Für Instandhaltungs- sowie Bau- und Montagearbeiten müssen bestehende Dächer regelmäßig begangen werden. Arbeiten auf Dächern sind grundsätzlich mit Risiken verbunden. Ursachen für Durchstürze und Abstürze sind immer wieder ungenügend gesicherte Verkehrswege und Arbeitsplätze sowie das Betreten von nicht begehbaren oder nicht durchtrittsicheren Bauteilen. Auftraggebende und Auftragnehmende sind deshalb verpflichtet, vor Beginn der Arbeiten die betriebsspezifischen und örtlichen Gefährdungen zu besprechen und wirksame Schutzmaßnahmen zu treffen.

Der Dachbegehungsschein dient dabei als Unterstützung. Zu den Voraussetzungen für ein sicheres Begehen von Dächern gehören ein sicherer Zugang, ausreichende Standsicherheit und wirksame Schutzmaßnahmen gegen Absturz. Der Erlaubnisschein wird von dem oder der Verantwortlichen des oder der Auftraggebenden oder Aufsichtsführenden erstellt. Bei Fremdvergabe muss der oder die Aufsichtsführende des oder der Auftragnehmenden beteiligt werden.

Dabei sind die Schutzmaßnahmen für den gesamten Verkehrsweg und die betroffenen Arbeitsplätze festzulegen. Die Beteiligten unterschreiben den Erlaubnisschein. Damit dokumentieren sie, dass über gegenseitige Gefährdungen informiert wurde und Schutzmaßnahmen abgestimmt wurden. Vor Aufnahme der Tätigkeiten auf dem Dach müssen die Beschäftigten von ihren Vorgesetzten über den Inhalt dieses Erlaubnisscheines informiert und in die Maßnahmen unterwiesen werden.

Kathrin Stocker, BGHM

Gut zu wissen: Pflichten der Betreiber einer baulichen Anlage

Betreiber einer baulichen Anlage, dazu zählen Eigentümer, Vermieter, Unternehmer und Auftraggeber, haben nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch die Pflicht zur Gefahrenabwehr, das heißt von der Anlage darf keine Gefahr für Dritte ausgehen. Zu diesen Pflichten gehören unter anderem die Freihaltung von Flucht- und Rettungswegen, Absturzsicherung, Baustellensicherung, Winterdienst und eine ausreichende Beleuchtung.

Für Dacharbeiten bedeutet dies, dass Informationen zum sicheren Begehen von Dächern zur Verfügung zu stellen sind und dadurch erst ein sicheres Arbeiten ermöglicht wird. Das gilt auch bei Inanspruchnahme von Dienstleistungen durch Fremdfirmen. Besondere Bedeutung kommt hier der vertraglichen Regelung der Auftragsvergabe zu. In dieser muss festgelegt werden, wo der Verantwortungsbereich der Fremdfirma beginnt, welche Schutzmaßnahmen gegen Absturz vereinbart sind und welche Sicherungseinrichtungen vor Ort zur Verfügung gestellt werden.

Eine Hilfestellung zur Gefährdungsbeurteilung und zum Ausfüllen des Dachbegehungsscheines bietet die Unterlage für spätere Arbeiten (BaustellV, RAB32), die nach Fertigstellung des Gebäudes dem Bauherren übergeben wird. Dies gilt für Gebäude, die seit 1998 errichtet worden sind.