Aufzugsanlagen

Zwei-Wege-Kommunikation und Hygienemaßnahmen

Fahrstuhlbedienungsknöpfe; © Roman Bykyhalov / 123RF.com

Zum 31. Dezember 2020 endet eine Übergangsfrist aus der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV): Auch ältere Aufzugsanlagen zur Personenbeförderung müssen ab dann mit einem Zwei-Wege-Kommunikationssystem ausgestattet sein – es muss eine Sprachkommunikation mit einem Notdienst in beide Richtungen ermöglichen. Dies betrifft insbesondere Aufzugsanlagen, die vor Inkrafttreten der Aufzugsrichtlinie (2014/33/EU) beziehungsweise der Maschinenrichtlinie (2006/42/EG oder 95/16/EG) in Betrieb genommen wurden. Ausgenommen sind Personen-Umlaufaufzüge („Pater-Noster-Aufzüge“).

Ziel ist es, dass eine Person, die in einem Aufzug eingeschlossen ist, Hilfe herbeirufen und schnell von einem Notdienst befreit werden kann. Die hierzu benötigten Hilfsmittel müssen vor Ort zur Verfügung stehen. Die technischen Anforderungen sind in der TRBS 3121 „Betrieb von Aufzugsanlagen“ und in der DIN EN 81-28 „Fern-Notruf für Personen und Lastenaufzüge“ beschrieben. Ein weiteres aktuelles Thema für die sichere Benutzung von Aufzügen sind Hygienemaßnahmen in Zeiten von SARS-CoV-2. Hauptübertragungswege für dieses Virus sind nach derzeitigem Stand der Wissenschaft Tröpfchen und Aerosole. Um die Aerosolkonzentration in den Aufzugskabinen durch Luftaustausch gering zu halten, sollten die Türen möglichst lange offen bleiben, solange kein Fahrbefehl erfolgt, es die Steuerung ermöglicht und Brandschutzaspekte nicht dagegensprechen.

Auch kann eine Drehzahlerhöhung des Ventilators, der die Luft aus der Kabine absaugt, die Aerosolkonzentration verringern. Eine weitere technische Möglichkeit, um Infektionen zu reduzieren, ist die Fußbedienung. Des Weiteren sind die Bedientableaus regelmäßig zu reinigen, auf Etagen mit hohem Personenverkehr, wie die Kantinen, häufiger. Das Verhalten der Nutzer kann mit Plakaten beeinflusst werden, die zum Beispiel auf die maximal zulässige Personenanzahl in der Kabine hinweisen. Diese ist auch durch technische Möglichkeiten wie die Überlaststeuerung regulierbar.

Jörg Jahn, BGHM